Die Trumpf-Chefin und Christin Nicola Leibinger-Kammüller schlägt vor den Ostermontag als Feiertag zu streichen. Was spricht für und was gegen diesen Vorschlag?
Ostermontag als Feiertag abschaffen?
Foto: picture alliance/SZ Photo|Friedrich Bungert
Die Vorstandsvorsitzende des Werkzeugmaschinenherstellers Trumpf, Nicola Leibinger-Kammüller (Ditzingen bei Ludwigsburg), hat die Abschaffung des Ostermontags als gesetzlichen Feiertag vorgeschlagen. In einem Interview mit der „Stuttgarter Zeitung“ erklärte die bekennende Christin, damit könne die Produktivität in Deutschland erhöht und die Wettbewerbsfähigkeit gestärkt werden. Deutschland habe im internationalen Vergleich sowohl viele Feier- als auch Krankheitstage. „Ich finde, wir könnten den Ostermontag als Feiertag streichen. So gut wie niemand nimmt heute noch an einer Ostermontags-Prozession teil, für die der Tag im Mittelalter einmal gedacht war.“
Die Unternehmerin zeigte sich überzeugt, dass eine solche Änderung umsetzbar sei, „ohne dass Beschäftigte danach ins Sanatorium müssen“. Angesichts internationaler Konkurrenz forderte sie einen gesellschaftlichen Kulturwandel: „Wir sind ein Land mit großartigen Chancen – aber wir müssen uns wieder kollektiv anstrengen, weil sich der Erdball weitergedreht hat, wenn Sie auf die Arbeitszeiten in Amerika, China oder Polen blicken.“ Es sei auch nichts Schlimmes, „abends todmüde ins Bett zu fallen“.
Ökonomen signalisieren Zustimmung
Zustimmung erhielt Leibinger-Kammüller unter anderen vom Präsidenten des IFO-Instituts für Wirtschaftsforschung (München), Clemens Fuest. Die Abschaffung eines Feiertags wäre ihm zufolge ein kleiner Beitrag, aber ein Schritt in die richtige Richtung, um dem wirtschaftlichen Niedergang Deutschlands entgegenzutreten. „Die Politik in Deutschland konzentriert sich derzeit auf die Umverteilung eines schrumpfenden Kuchens, das Streichen eines Feiertags wäre eine Maßnahme, die den Kuchen vergrößert“, sagte Fuest gegenüber der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (FAZ).
Der Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW/Köln), Michael Hüther, verwies gegenüber der Zeitung auf die Probleme der alternden Bevölkerung. Bis zum Ende der Legislatur werde es zwei Millionen Erwerbspersonen weniger geben. Darauf könne man mit weniger Feier- und Urlaubstagen oder einer höheren Wochenarbeitszeit reagieren. Wenn ein Vollzeiterwerbstätiger hierzulande etwa 250 Stunden im Jahr weniger arbeite als in der Schweiz, sei das „nun fragwürdig“.
Zustimmung erhielt Leibinger-Kammüller unter anderen vom Präsidenten des IFO-Instituts für Wirtschaftsforschung (München), Clemens Fuest. Die Abschaffung eines Feiertags wäre ihm zufolge ein kleiner Beitrag, aber ein Schritt in die richtige Richtung, um dem wirtschaftlichen Niedergang Deutschlands entgegenzutreten. „Die Politik in Deutschland konzentriert sich derzeit auf die Umverteilung eines schrumpfenden Kuchens, das Streichen eines Feiertags wäre eine Maßnahme, die den Kuchen vergrößert“, sagte Fuest gegenüber der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (FAZ).
Der Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW/Köln), Michael Hüther, verwies gegenüber der Zeitung auf die Probleme der alternden Bevölkerung. Bis zum Ende der Legislatur werde es zwei Millionen Erwerbspersonen weniger geben. Darauf könne man mit weniger Feier- und Urlaubstagen oder einer höheren Wochenarbeitszeit reagieren. Wenn ein Vollzeiterwerbstätiger hierzulande etwa 250 Stunden im Jahr weniger arbeite als in der Schweiz, sei das „nun fragwürdig“.
Caritas: Der Vorschlag zeugt „von einer erschreckenden kulturellen Ahnungslosigkeit“
Die Präsidentin des Deutschen Caritasverbandes, Eva Maria Welskop-Deffaa (Berlin), äußerte Kritik an dem Vorschlag. „Ausgerechnet den Ostermontag als möglichen Streichtermin zu empfehlen, zeugt von einer erschreckenden kulturellen Ahnungslosigkeit“, sagte sie der FAZ. Der Ostermontag sei in den meisten europäischen Ländern Feiertag – „nicht als Tag mittelalterlicher Osterprozessionen, sondern als Tag der biblischen Emmaus-Geschichte, die exemplarisch die Gefahr beschreibt, dass wir – gefangen in Alltagssorgen – das Auferstehungswunder nicht bemerken“.
Jene, die die Produktivität ihres Unternehmens durch mehr Arbeitstage retten wollten, „täten gut daran, im Respekt vor den religiösen Wurzeln unserer Kultur bei Urlaubstagen in den eigenen Tarifverträgen anzufangen und nicht bei den höchsten christlichen Feiertagen“, mahnte Welskop-Deffaa.
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