Fünf Learnings aus diesem Jahr. – Ein Artikel von Tobias-Benjamin Ottmar
Was Führungskräfte von 2025 lernen können
Wieder liegt ein bewegtes Jahr hinter uns: Ein neuer (alter) US-Präsident trat sein Amt an, eine neue Bundesregierung wurde gewählt, und der Krieg im Nahen Osten ging zu Ende. Was können Führungskräfte aus den Entwicklungen dieses Jahres mitnehmen?
1. Manchmal gibt es eine zweite Chance
Friedrich Merz wurde erst im dritten Anlauf CDU-Vorsitzender und schließlich Kanzlerkandidat seiner Partei. Unabhängig davon, wie man zu seiner Person steht, zeigt dieses Beispiel: Für manche Ziele braucht es Geduld und manchmal eine zweite oder sogar dritte Chance. Während die Kanzlerwahl fast schief gegangen wäre, gilt für unser Leben: Bei Jesus haben wir immer eine zweite Chance. Diese Gewissheit kann Führungskräfte gelassener handeln lassen – denn selbst wenn sich Dinge zunächst anders entwickeln, liegt unser Weg in Gottes Hand. Ein Rückschlag muss nicht das Ende einer Laufbahn sein.
2. Nicht auf falsche Sicherheiten vertrauen
Das Beispiel zeigt aber auch: Man kann sich in falscher Sicherheit wiegen lassen. Wer hätte gedacht, dass erstmals in der Geschichte ein Kanzlerkandidat die Mehrheit im Parlament beim ersten Wahlgang verfehlt? Sogar das Bundestagspräsidium musste sich zunächst sortieren, bevor die nächsten Schritte geprüft und über das weitere Vorgehen entschieden werden konnte. Was man daraus lernen kann: Vor großen Entscheidungen lohnt es sich, alle Szenarien zu bedenken und sich entsprechend vorzubereiten. Getreu dem Motto, das Beste zu hoffen, aber für den ungünstigen Ausgang vorbereitet sein. Diese Haltung zeichnet vorausschauende Führung aus.
3. Aufgeschobene Entscheidungen rächen sich
Die demografische Entwicklung und der Reformbedarf des Rentensystems sind seit Jahrzehnten bekannt. Dennoch wurden notwendige Entscheidungen wiederholt vertagt – mit der Folge, dass Anpassungen immer schwieriger werden. Führungskräfte sollten diesen Fehler vermeiden und rechtzeitig Kurskorrekturen vornehmen: Gibt es Bereiche, die nicht mehr zukunftsfähig sind? Entwicklungen, auf die man reagieren muss? Wer zu lange wartet, riskiert, dass Probleme wachsen und wie ein unüberwindbarer Berg erscheinen. Manchmal übernimmt man auch die Berge von Vorgängern. Und doch dürfen wir wissen: Auch solche Berge kann Gott versetzen.
4. Langfristig denken statt kurzfristig reagieren
Die Börsen erlebten aufgrund der weltpolitischen Lage starke Schwankungen. Oft folgte nach einer Meldung ein Kurssturz und nach der nächsten Nachricht ein ebenso schneller Anstieg. Solche Ausschläge verbrennen Kapital, aber auch Vertrauen. Dies lässt sich auch auf den Umgang mit Mitarbeitern übertragen. Besonnene Führungskräfte lassen sich durch wechselhafte Geschäftspartner oder eine unruhige Politik nicht aus der Ruhe bringen, sondern bleiben ihrem Kurs treu. Wo andere nur die Krise sehen, erkennen sie Chancen – zum Beispiel für neue Allianzen, wenn bisherige Netzwerke an Stabilität verlieren. Entscheidend ist der Fokus auf Gott: Wer ihn im Blick behält, bleibt ruhiger und belastbarer.
5. Mit Teamgeist kann man viel erreichen
Fußballfans erinnern sich an die vergangene DFB-Pokalsaison, in der der damalige Drittligist Bielefeld einen Bundesligisten nach dem anderen besiegte und erst im Finale am VfB Stuttgart scheiterte. Was die Jungs von der „Bielefelder Alm“ auszeichnete, war Teamgeist, Leidenschaft und ein unerschütterlicher Wille. Auch die Bibel erzählt vielfach davon, dass Menschen in aussichtslosen Situationen siegten – etwa David gegen Goliath oder Gideon mit seiner von Gott verkleinerten Truppe. Gut aufgestellte Teams können selbst unter schwierigen Bedingungen Großes erreichen – erst Recht, wenn sie sich in ihrem Handeln von Gott leiten lassen.
Globale Konflikte, politische Polarisierung und wirtschaftliche Turbulenzen haben erneut gezeigt, wie wichtig Widerstandsfähigkeit ist – für Unternehmen, Gemeinden und Einzelpersonen. Führungskräfte sollten Räume schaffen, in denen eine gesunde Arbeitskultur und regelmäßige Erholung Platz haben. Resiliente Teams bleiben handlungsfähig, selbst wenn äußere Faktoren unberechenbar werden.



