Die deutschen Handballer verlieren das EM‑Finale knapp gegen Weltmeister Dänemark und werden Vize‑Europameister. Im Turnier leistete sich die Mannschaft einen Patzer gegen Serbien. Der Bundestrainer nimmt alles auf sich und verhält sich beispielhaft für christliche Führungskräfte.
Wie wichtig Gnade für Teamarbeit ist
Handball-Bundestrainer Alfred Gislason kostete seinem Team mit einem Timeout-Fehler den entscheidenden Punkt gegen Serbien. Nach dem EM-Spiel sagte er knapp: „Ich habe uns den Punkt gekostet.“ Keine Ausreden, keine Schuldzuweisungen, dafür ehrliche Verantwortungsübernahme.
Stell Dir vor, Du leitest ein wichtiges Meeting mit Deinem Team und läutest genau im falschen Moment eine Pause ein – während Dein Team kurz vor dem Durchbruch steht. Genau das passierte Gislason: Er nahm eine Auszeit zu einem taktisch ungünstigen Zeitpunkt und unterbrach damit in den letzten Minuten den Spielfluss seiner Mannschaft.
Das Handball-Team als Spiegelbild Deines Unternehmens
Handball ist ein Teamsport mit sieben Spielern pro Mannschaft, von denen jeder eine spezifische Rolle hat. So auch in Deinem Unternehmen. Da ist der Torwart, der die letzte Verteidigung des Tores übernimmt. Er steht allein im Tor, alle Blicke sind auf ihn gerichtet, wenn ein Ball auf ihn zukommt – teilweise mit über 100 km/h aus 6 Metern Entfernung. Viel Zeit zum Reagieren bleibt dabei nicht. Vergleichbar mit der Geschäftsführung, wo alle wichtigen Entscheidungen zusammenlaufen.
Die Rückraumspieler agieren wie das mittlere Management: Der Spieler in der Mitte orchestriert das Spiel und muss schnelle strategische Entscheidungen im Angriff treffen. Die beiden Außenrückraumspieler links und rechts unterstützen ihn dabei, vergleichbar mit Abteilungsleitern, die ihre Bereiche verantworten müssen.
An den Flügeln spielen die Außenspieler – oft die schnellsten im Team. Sie warten geduldig auf ihre Chance und müssen dann präzise liefern, wenn der Ball zu ihnen kommt. Das erinnert an Vertriebsmitarbeiter, die geduldig Akquise betreiben und dann im richtigen Moment den Abschluss machen müssen.
Der Kreisläufer schließlich arbeitet direkt vor dem gegnerischen Tor, kassiert die härtesten Kontakte und liegt nicht selten am Boden. In einigen Spielkonstellationen dient er vor allem dazu den Weg für seine Teamkollegen freizumachen. Diese Position erinnert an Mitarbeiter im Backoffice, die oft ihren Kollegen den Rücken frei halten.
Auch der Trainer verfehlt
Im Handball ist der Trainer derjenige, der von außen das Geschehen lenkt, Auszeiten nimmt und Wechsel vornimmt. Gislason hätte nach dem verlorenen Spiel viele Ausreden gehabt: Die Schiedsrichter, die Verletzungen im Team, die schwierigen Gegner in der Vorrundengruppe. Stattdessen übernahm er die volle Verantwortung für seinen taktischen Fehler. Diese Ehrlichkeit schafft Vertrauen. Er lebt vor, was er von seinem Team erwartet – Verantwortungsübernahme statt Schuldzuweisungen.
Jede Position trägt zum Team bei und bringt zugleich eigene, individuelle Schmerzpunkte mit sich. Wir werden nie vollständig erfassen, was Kolleginnen, Kollegen oder Mitarbeitende in ihrer Rolle leisten und aushalten müssen. Wenn Fehler passieren, können wir ihnen jedoch mit Gnade begegnen und die Verantwortung als Führungskräfte und als Team gemeinsam tragen.
Gnade als Führungsprinzip verstehen
Die Bibel spricht davon, dass wir alle „gesündigt haben und die Herrlichkeit Gottes verfehlen“ (Römer 3,23). Das gilt für Bundestrainer genauso wie für die Ballkinder. Niemand ist vollkommen – auch Erfahrung und Qualifikation bewahren uns nicht vor Fehlern. Gnade bedeutet, diese Realität anzunehmen, in Freiheit und mit Eifer weiterzumachen.
Gnade bedeutet nicht, Fehler zu ignorieren, und sie bedeutet auch nicht, sie nicht anzusprechen. Es bedeutet vielmehr, Menschen nicht auf ihre Fehler zu reduzieren und ihnen eine zweite Chance zu geben. Im Unternehmen bedeutet das: Ein Mitarbeiter, der einen Fehler gemacht hat, sollte sich nicht direkt für seine Stelle disqualifiziert fühlen.
Praktische Gnade im Führungsalltag leben
Wenn Du selbst einen Fehler machst:
Folge Gislasons Beispiel. Stehe dazu, analysiere was schiefgelaufen ist und kommuniziere offen, wie Du es beim nächsten Mal besser machen willst. Das schafft Vertrauen und zeigt Deinem Team, dass auch Führungskräfte lernfähig sind.
Wenn Dein Team Fehler macht:
Unterscheide zwischen der Person und der Handlung. Ein Mitarbeiter, der einen Fehler macht, ist nicht automatisch ein schlechter Mitarbeiter. Frage Dich: War es ein Flüchtigkeitsfehler, fehlte das Know-how oder waren die Rahmenbedingungen ungünstig?
Der Gnade-Check für Führungskräfte:
- Pause einlegen – Nicht sofort reagieren, wenn etwas schiefgeht
- Verstehen wollen – Was ist wirklich passiert und warum?
- Lösung fokussieren – Wie kommen wir voran, statt wer ist schuld?
Fazit
Als christliche Führungskräfte dürfen wir wissen: Gott sieht unsere Herzen, nicht nur unsere Leistung. Diese Gnade können wir weitergeben: an unser Team, unsere Partner und an uns selbst.
Im Handball wie im Business gilt: Jeder hat eine andere Position, jeder bringt andere Stärken mit, und jeder macht Fehler. Aber in einem Team, das von Gnade und Vertrauen geprägt ist, können alle über sich hinauswachsen. Denn wie es in Micha 6,8 heißt: „Es ist dir gesagt, Mensch, was gut ist und was der Herr von dir fordert: nichts als Gottes Wort halten und Liebe üben und demütig sein vor deinem Gott.“
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