7 Fasten-Tipps für Führungskräfte

Jesus sprach: Wie können die Hochzeitsgäste trauern, solange der Bräutigam bei ihnen ist? Es wird aber die Zeit kommen, dass der Bräutigam von ihnen genommen wird; dann werden sie fasten. – Matthäus 9,15

Foto: KCF/licht-salz.de

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Die vielen Ramadan-Grüße am vergangenen Aschermittwoch mögen fast vergessen lassen haben, dass – diesmal nahezu zeitgleich – auch die christliche Fastenzeit begann. Während der islamische Fastenmonat nach dem Mondkalender nur bis zu 30 Tage dauert, fasten Christen traditionell 40 Tage bis Ostern. Diese Zeit soll helfen, sich neu auf Gott auszurichten, Buße zu tun und sich innerlich vorzubereiten.

Doch die Fastenzeit kann auch im Führungsalltag eine Chance zur Nachjustierung sein – gerade dann, wenn gute Vorsätze vom Jahresanfang bereits verblasst sind.

1. Digital-Fasten

Der erste Blick am Morgen geht oft aufs Smartphone. Studien zeigen, dass wir im Tagesverlauf unser Handy bis zu 100-mal täglich checken. Die ständigen Unterbrechungen durch Mails, Messenger oder News erhöhen den Stress. Wer den digitalen Konsum bewusst reduziert – etwa in der ersten Stunde des Tages – startet konzentrierter und gewinnt Zeit für Gebet und Bibellese – auch Letzteres lässt sich für ein paar Wochen auch ohne digitale Apps umsetzen.

2. Meinungsfasten

Führungskräfte neigen dazu, schnell Position zu beziehen. Nutze die kommenden Wochen, um bewusst mehr zuzuhören. Was bewegt dein Gegenüber? Welche Perspektiven bleiben sonst ungehört? Das stärkt Vertrauen und führt zu besseren Entscheidungen. Aber bitte mit dem Meinungs-Fasten nicht übertreiben: Günstige Gelegenheiten, um jemanden von Gottes Liebe zu erzählen, sollen auch in der Fastenzeit gerne weiter genutzt werden.

3. Termin-Fasten

Versuche, deine Meetinglast um 10 bis 20 Prozent zu reduzieren. Blockiere bewusst Pufferzeiten für Reflexion, Gebet oder strategisches Denken.

4. Kontroll-Fasten

Gewissenhafte Führungskräfte stehen in der Gefahr, sich in Details zu verlieren. Übe, Verantwortung stärker zu delegieren. Vertrauen schenkt Mitarbeitenden Raum zum Wachsen – auch wenn Fehler dazugehören. Denk daran: Gott hat uns sogar seine wunderbare Erde zur Bewirtschaftung geschenkt – wohl wissend, dass wir damit auch vieles nicht richtig machen.

5. Kritik-Fasten

Korrektur überwiegt im Alltag oft die Ermutigung. Drehe in diesen Wochen einmal bewusst den Spieß um: Sprich täglich jemandem Anerkennung aus. Notiere dir derweil die Dinge, die du eigentlich kritisieren wolltest – vielleicht stellst du nach ein paar Wochen fest, dass sie eigentlich gar nicht so wichtig waren.

6. Smalltalk-Fasten

Oberflächliche Gespräche über das Wetter oder die Bundesliga bleiben oft ohne Folgen. Suche stattdessen bewusst die Tiefe – gerade mit Menschen, die dir wichtig sind. Echtes Nachfragen stärkt Beziehungen und bietet oft bessere Anknüpfungspunkte, um den Glauben einzuflechten.

7. Verfügbarkeits-Fasten

Dauernde Erreichbarkeit erhöht den Druck. Definiere klare Fokuszeiten ohne Störungen: Benachrichtigungen aus, Telefon umgeleitet und ggf. Ausweichen in ein eigenes Büro, in dem man die Tür zumachen kann. So entsteht Raum für konzentriertes Arbeiten und den Fokus zu schärfen.

Bei allen Ideen gilt: Die Idee des Fastens ist kein Selbstoptimierungsprogramm. Sein eigentlicher Sinn besteht darin, die Beziehung zu Gott zu vertiefen. Davon profitiert am Ende auch unser Führungsalltag – oft nachhaltiger als jeder gutgemeinte Fastentipp.

Tobias Benjamin Ottmar

Foto: Tobias-B. Ottmar

Über den Autor

Tobias-B. Ottmar ist Referent für Öffentlichkeitsarbeit und Verbandskommunikation bei einem Arbeitgeberverband. Digital-Fasten versteht er aktuell als persönliche Herausforderung für die kommenden Wochen.

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Tobias Benjamin Ottmar

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Tobias-B. Ottmar ist Referent für Öffentlichkeitsarbeit und Verbandskommunikation bei einem Arbeitgeber- und Unternehmensverband. Digital-Fasten versteht er aktuell als persönliche Herausforderung für die kommenden Wochen.