Römer 5,17 für Führungskräfte und Unternehmer
Warum Führungskräfte aus Gnade Herrschen sollen
Beim Studium des Römerbriefs ist mir eine Wahrheit ins Auge gesprungen, die das Potenzial hat, unsere Lebensrealität als Führungskräfte und Unternehmer zu verändern: Wir sind dazu befähigt, in unseren beruflichen Lebenssituationen zu herrschen:
„Wenn durch die Verfehlung eines Einzelnen der Tod zur Herrschaft gekommen ist, wie viel mehr wird bei denen, die Gottes Gnade und das Geschenk der Gerechtigkeit in so reichem Maße empfangen haben, das Leben zur Herrschaft kommen durch den Einen, durch Christus Jesus.“ – Römer 5,17
Beim schnellen Lesen übersieht man leicht den entscheidenden Einschub: „bei denen, die Gottes Gnade und das Geschenk der Gerechtigkeit in so reichem Maße empfangen haben.“ Paulus sagt nicht nur, dass Jesus herrscht. Er sagt, dass wir im Leben herrschen – weil wir Gnade und Gerechtigkeit empfangen haben.
Das klingt nach Souveränität, Handlungsfähigkeit und Fülle. Genau danach sehnen wir uns doch: frei agieren statt getrieben sein. Den Überblick behalten statt in To-Dos zu ertrinken. Zeit für Menschen haben statt sie als Störfaktor zu sehen. Und das Wissen, dass Christus uns bereits alles vorbereitet hat.
Drei Mindsets – wo stehe ich?
Auch als Christen bewegen wir uns häufig in unterschiedlichen Denkmustern:
Mindset 1: Mein Königreich, meine Kraft.
Hier geht es um mich. Ich herrsche mit meinem Einfluss und meinen Fähigkeiten. „Ich muss den Umsatz steigern. Ich muss jeden Trend umsetzen. Ich muss meine Produktivität optimieren.“ Mein Erfolg hängt an meiner Performance – und mein Denkmal wird früher oder später wackeln.
Mindset 2: Mein Denkmal in Gottes Königreich.
Ich schließe Deals mit Gott: „Wenn du mich segnest, gebe ich dir 10 % vom Gewinn. Wenn die Auftragslage stimmt, bete ich für meine Mitarbeiter.“ Gott wird zum Geschäftspartner, dem ich Zuständigkeiten zuteile.
Mindset 3: Sein Königreich, seine Kraft, mein Mitwirken.
Hier habe ich erkannt: Mein Unternehmen oder meine Führungsposition ist in erster Linie ein Vehikel Gottes. Ich führe mit ihm ein Familienunternehmen – er der Senior, ich der Junior. Ich bin nicht mehr nur ein Unternehmer, der Christ ist, sondern ein Kind Gottes, das mit ihm ein Unternehmen führt.
Stellt euch vor, ihr bekommt von Gott einen Lego-Baukasten ohne Anleitung. Im dritten Mindset setzt ihr euch mit Gott auf den Boden und baut gemeinsam. Jedes Mal, wenn ihr nicht weiterkommt, erklärt er euch das Warum. Am Ende sieht die Station genauso aus, wie der Hersteller sie erdacht hat. „Es ist sein Business und ich darf mitarbeiten. Alle Entscheidungen sollen ihn ehren – und ich treffe sie mit ihm.“
Wie geht Herrschen praktisch?
Wenn seine Gedanken höher sind als unsere (Jes 55,8–13), wenn er uns einlädt, ihn anzurufen, damit er uns Großes zeigt (Jer 33,3), wenn in ihm alle Schätze der Weisheit verborgen sind (Kol 2,3) – ist es dann nicht an der Zeit, aus seiner Gnade zu leben?
Drei Dinge helfen mir dabei:
- Tagesbeginn: Ich breite meine Vorhaben vor Gott aus und bitte ihn, meine Gedanken zustande kommen zu lassen (Spr 16,3). Dann handle ich im Vertrauen, dass er mich führt – auch wenn ich mich nicht besonders geistlich fühle.
- Gedankliche Brücke: Vor jedem Arbeitspaket, Telefonat oder Meeting erinnere ich mich: Es kommt nicht auf meine Genialität an, sondern auf seine Gnade. Mein Erfolg hängt nicht an der perfekten Präsentation.
- Radikales Umdenken: Ich ehre Gott, wenn ich mich auf seine Gnade verlasse – statt aus Angst vor Kontrollverlust oder aus Pflichtgefühl zu arbeiten (Gal 5,4).
Fazit
Wir können als von Gott Befähigte in der Wirtschaft einen Unterschied machen. Nicht weil wir länger im Büro bleiben oder höhere Umsatzrekorde einfahren. Sondern weil wir geliebte Königskinder sind – und daraus handeln. Aus Fülle, nicht aus Mangel.


