Wertschätzung in der Krise: Warum gute Führung mehr tut als nötig

Wie Führungskräfte die steigenden Benzinpreise zur Mitarbeiterbindung nutzen können

Foto: Ki-generiert von zeichensetzen

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Die steigenden Spritpreise infolge des Irankriegs beherrschen derzeit die Schlagzeilen – und sie treffen nicht nur die Wirtschaft, sondern auch deine Mitarbeitenden ganz konkret. Wer täglich mit dem Auto zur Arbeit fahren muss, spürt die Zusatzbelastung im Geldbeutel. Was auf den ersten Blick wie ein rein privates Problem erscheint, kann unmittelbare Auswirkungen auf Motivation, Stimmung und Bindung im Unternehmen haben. Doch genau darin liegt auch eine Chance: Wertschätzung sichtbar zu machen – und Hoffnung weiterzugeben.

Rein rechtlich ist die Sachlage klar: Höhere Mobilitätskosten begründen keinen Anspruch auf zusätzliche Leistungen oder mehr Homeoffice. Die Zusatzkosten, die für PKW-Pendler durch die höheren Kraftstoffpreise entstehen, fallen in die persönliche Risikosphäre des Arbeitnehmers.

Doch gute Führung endet nicht bei dem, was rechtlich geboten ist. Gerade als Christ, der selbst von Gottes Gnade lebt, bist Du eingeladen, weiterzugehen. Wenn Du steigende Kosten einfach hinnimmst, sendest Du ein stilles Signal: Deine persönliche Not ist mir egal. Wenn Du sie hingegen wahrnimmst und darauf reagierst, zeigst Du Deinen Mitarbeitenden: Ich sehe Dich und Deine Situation.

Konkrete Maßnahmen: Kleine Schritte mit großer Wirkung

Wo es von den Arbeitsabläufen her möglich ist, kann mehr mobile Arbeit für die Beschäftigten eine konkrete Entlastung sein. Auch andere Maßnahmen – ganz konkret Jobticket, Mobilitätsangebote oder eine Tankkarte – können helfen und sind im Übrigen steuer- und abgabenfrei*. Nicht alles wird sofort umsetzbar sein und nicht jede Maßnahme ist wirtschaftlich tragbar. Doch schon die ehrliche Auseinandersetzung mit der Situation Deiner Mitarbeitenden macht einen Unterschied.

Eine aktuelle Studie zeigt: Wertschätzung und Anerkennung gehören zu den stärksten Faktoren für Motivation und Leistungsbereitschaft**. Doch christliche Führungskräfte haben bei solchen Maßnahmen noch mehr im Blick, als die Auswirkungen auf die Produktivität der Beschäftigten.

Wer aus dem Glauben lebt, orientiert sich nicht am Durchschnitt oder gar Mindestanforderungen. Alles, was wir tun, tun wir zu Gottes Ehre – das gilt auch als Führungskraft (1. Korinther 10,31). Gleichzeitig begegnet Gott Dir mit Gnade und will Dich mit Liebe überschütten – nicht, weil er muss, sondern weil er will. Diese Haltung kannst Du weitergeben: indem Du nicht zuerst fragst „Was bin ich verpflichtet zu tun?“, sondern „Was dient meinem Nächsten – in diesem Fall meinen Mitarbeitenden?“

Die Bibel formuliert es so:
„Jeder sehe nicht auf das Seine, sondern jeder auch auf das des anderen“ (Philipper 2,4).

Gerade kleine, freiwillige Schritte können dabei große Wirkung entfalten. Sie zeigen, dass Mitarbeitende nicht nur als Arbeitskraft gesehen werden, sondern als Menschen mit realen Herausforderungen.

Eine neue Führungsdimension: Hoffnung

Zugleich bleibt: Nicht jede Belastung lässt sich ausgleichen. Welche Auswirkungen die derzeitige Krise auf die Weltwirtschaft, die Inflation oder das eigene Unternehmen haben wird, lässt sich zum jetzigen Zeitpunkt allenfalls ansatzweise erahnen.

Weder steigende Preise noch wirtschaftliche Unsicherheiten liegen in unserer Hand. Hier braucht Führung eine zweite Dimension – Hoffnung.

„Alle eure Sorge werft auf ihn; denn er sorgt für euch“ (1. Petrus 5,7).

Diese Perspektive verändert nicht sofort die Umstände – aber Deine Haltung. Du musst Verunsicherung nicht verstärken, sondern kannst Zuversicht ausstrahlen und weitergeben.

So entsteht Führung, die beides verbindet:
konkrete Unterstützung im Alltag – und eine tiefere Orientierung darüber hinaus.

Oder anders gesagt:
Gute Führung tut nicht nur das Nötige.
Sie tut das, was dem Menschen dient.

 

* Tankkarte bis max. 50 Euro/Monat
 ** https://www.hays.de/personaldienstleistung-aktuell/studien/hr-report-2026-leistung-foerdern-nicht-nur-fordern#download 

Tobias Benjamin Ottmar

Foto: Tobias-B. Ottmar

Über den Autor

Tobias-B. Ottmar ist Referent für Öffentlichkeitsarbeit und Verbandskommunikation bei einem Arbeitgeber- und Unternehmensverband. Dank konsequenter Nutzung des Deutschland-Tickets lassen ihn persönlich die Spritpreise (fast) kalt, nicht aber das Kriegsgeschehen und seine Auswirkungen.

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Tobias Benjamin Ottmar

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Tobias-B. Ottmar ist Referent für Öffentlichkeitsarbeit und Verbandskommunikation bei einem Arbeitgeber- und Unternehmensverband. Dank konsequenter Nutzung des Deutschland-Tickets lassen ihn persönlich die Spritpreise (fast) kalt, nicht aber das Kriegsgeschehen und seine Auswirkungen.