Christliche Unternehmer diskutieren über Profit und Nächstenliebe

Die Umfrage „Values for Future Mobility“ deckt unbequeme Wahrheiten auf – in diesem Artikel erfährst Du mehr.

Foto: BKU

Mit freundlicher Unterstützung durch die Evangelische Nachrichtenagentur

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Rund 120 christliche Unternehmer und Führungskräfte haben in Frankfurt am Main über das Spannungsfeld von Profit und Nächstenliebe diskutiert. Anlass war die dreitägige Jahrestagung des Jungen Bundes Katholischer Unternehmer (BKU/Köln) im Rittersaal des Deutschordenhauses. Sie stand unter dem Motto „Macht. Geld. Glücklich? Christsein zwischen Profit und Nächstenliebe“.

Mitveranstalter war die Konrad-Adenauer-Stiftung. Carl-Christian von Weyhe, Finanzvorstand für Mittel- und Osteuropa beim Softwarekonzern SAP, sprach über das Verhältnis von Einkommen und Lebenszufriedenheit. Ein hohes Einkommen könne zwar ein Glücksindikator sein, Konsum erhöhe das persönliche Glück aber nur begrenzt und meist nicht nachhaltig. „Gute Beziehungen machen uns glücklicher und gesünder“, sagte von Weyhe. Den Teilnehmern riet er: „Ihr müsst das ganze Leben an Eurem Wertegefühl, an Eurem inneren Kompass arbeiten – und hört auf den!“

© BKU

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Bankenwesen trifft Theologie

Der Vorsitzende der Deutsche Bank Stiftung, Jürgen Fitschen, warb für einen unverkrampften Umgang mit Reichtum und Einfluss: „Wir sollten nicht sagen: Reichsein ist schlecht, Macht ist nicht akzeptabel. Für mich sind das neutrale Begriffe.“ Die deutsche Wirtschaft und der Sozialstaat seien dringend auf den Zugang zu Kapital angewiesen. Kritisch äußerte er sich zur wachsenden und demokratisch nicht legitimierten Macht weltweiter Tech-Konzerne. Er befürchte eine Welt, in der die Macht des Geldes unkontrolliert bleibe.

Die Theologin Aleksandra Brand (Saarbrücken/Luzern) entfaltete anhand neutestamentlicher Texte Ansätze einer „Theologie des Geldes“. „Geld ist kein Gott. Weil es nicht göttlich ist, kann es als Medium ernst genommen werden“, erklärte sie. Ihr Fazit: „Geld und Bibel – das geht zusammen!“

Kontroverse um nachhaltige Investments

Teilweise kontrovers verlief eine Podiumsdiskussion über nachhaltige Investments, kirchliches Unternehmertum und Haushaltspolitik. Wolfgang Altenrath von der Pax-Bank für Kirche und Caritas (Paderborn) verwies auf das Gleichnis von den Talenten: „Wir sind aufgefordert, mit unserem Geld etwas zu tun.“ Seine Bank rate Kunden bisweilen von nicht nachhaltigen Investments ab – etwa bei Panzern.

Dem widersprach Emilie Höslinger vom ifo-Institut (München): Panzer dürften sehr wohl als nachhaltig gelten, weil sie der Verteidigung der freiheitlich-demokratischen Grundordnung dienten. Altenrath stellte daraufhin klar, ihm sei es um die ökologische Nachhaltigkeit gegangen. Zugleich kritisierte er: „Finanzbildung ist das A und O – und ein blinder Fleck in Deutschland.“ Höslinger mahnte einen verantwortungsvolleren Umgang mit Staatsschulden an. „Politische Gestaltung geht nicht nur über zusätzliches Geld“, sagte sie. Würden neue Schulden nicht für Investitionen mit künftiger Rendite, sondern konsumtiv eingesetzt, steige das Zinsrisiko stetig.

Abt Mauritius Wilde aus dem Benediktinerkloster Maria Laach sagte, er beobachte eine „Korrelation zwischen spiritueller und wirtschaftlicher Lebendigkeit“ in Klöstern. Die Kirche habe „das Unternehmerische verloren“, es fehle an ökonomischer Kompetenz. Ingo Speich von Deka Investment betonte, mehr Macht bedeute auch mehr Spielraum für ethische Entscheidungen. Der über 1.000 Mitglieder zählende Verband BKU unter Vorsitz von Martin Nebeling besteht seit 1949. Er setzt sich für Verantwortung, Leistungsbereitschaft und Gemeinwohlorientierung in der Sozialen Marktwirtschaft ein.

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