Wie man mit schwierigen Mitarbeitenden umgeht
Gelassen führen
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Missverständnisse, Differenzen und Herausforderungen gehören zum Miteinander im Arbeitsalltag – entscheidend ist, wie Führungskräfte damit umgehen. Anné Schwarzkopf zeigt auf, wie eine wertebasierte Führung auch in schwierigen Situationen Orientierung bietet. Drei Praxistipps, die Kommunikation erleichtern und Sicherheit schaffen.
Konflikte im Team sind unvermeidlich – doch gerade im Umgang mit schwierigen Mitarbeitenden zeigt sich die wahre Stärke einer Führungskraft. Christlich geprägte Führung bedeutet, Menschen nicht vorschnell zu verurteilen, sondern sie mit Geduld, Klarheit und Liebe zu begleiten. Um konstruktiv reagieren zu können, gibt es erprobte Methoden zum Umgang mit den eigenen Emotionen umzugehen.
1. Die eigene Interpretation überprüfen
Ein Teammitglied reagiert reflexartig mit Abwehr: „So geht das nicht!“ Schon beim Gedanken an diese Person steigt Ihr Puls. Oft brechen Sie die Diskussion ab – mit Frust und magerer Stimmung im Team.
Praxis-Tipp: Halten Sie Ihren ersten Impuls an. Studien zur Emotionsregulation zeigen, dass bewusstes Innehalten Eskalation verhindert. Atmen Sie tief ein und länger aus. Fragen Sie dann offen: „Was befürchten Sie konkret?“ oder „Was brauchen Sie, um sich mit dem Projekt anzunähern?“
Die Wirtschaftswissenschaftlerin und Expertin für Personalführung Fabiola Gerpott weiß: „Wer Verhalten nicht als „Hindernis“, sondern als „Herausforderung“ interpretiert, bleibt handlungsfähiger.“ Unter christlicher Perspektive betrachtet, bedeutet dies, den anderen nicht vorschnell zu verurteilen, sondern sein Bedürfnis zu achten. Bonhoeffer sprach davon, den Bruder nicht nach seiner „Funktion“ zu sehen, sondern als Person in Beziehung. „Ein jeder sei schnell zum Hören, langsam zum Reden, langsam zum Zorn.“ (Jakobus 1,19).
2. Zwischen Person und Verhalten unterscheiden
Eine Mitarbeiterin meldet sich regelmäßig krank, wenn kritische Projekte anstehen. Ihr erster Gedanke: „Auf sie kann ich mich nicht verlassen!“
Praxis-Tipp: Trennen Sie Person und Verhalten. Formulieren Sie Ihr Feedback als konkrete Beobachtung im Vier-Augen-Gespräch: „Bei den letzten drei Projekten sind Sie kurzfristig ausgefallen. Mir ist Verlässlichkeit wichtig. Ich schätze Ihre Fachkompetenz – wie können wir künftig sicherstellen, dass Deadlines eingehalten werden?“
Die Gewaltfreie Kommunikation (GFK), entwickelt vom US-Psychologen Marshall B. Rosenberg, hilft, Spannungen nicht eskalieren zu lassen, sondern in einen respektvollen Dialog zu verwandeln. Ihr Kern: Beobachtungen klar von Bewertungen trennen, eigene Bedürfnisse benennen und daraus eine konkrete Bitte formulieren. Für christliche Führungskräfte heißt das: Menschen nicht auf Fehlverhalten reduzieren, sondern sie als Ebenbilder Gottes respektvoll ansprechen.
3. Psychologische Sicherheit und klare Leitplanken schaffen
Ein Team-Kollege kommentiert Vorgaben in Meetings sarkastisch. Die anderen Teammitglieder sind verunsichert, die Diskussionen stocken.
Praxis-Tipp: Machen Sie klar: Kritik ist willkommen, aber respektvoll. Formulieren Sie: „Ihre Einwände sind wertvoll – lassen Sie uns einen Weg finden, dass das Team sie konstruktiv aufnehmen kann.“ Für produktive Teams ist das Konzept der Psychologischen Sicherheit relevant. D.h. die Teammitglieder müssen sich mit ihren Gedanken und Ideen zeigen, kontrovers diskutieren und widersprechen können. Dafür müssen klare Grenzen und Wertschätzung zusammenkommen.
Auch Paulus rät: „Alles geschehe in Liebe.“ (1. Korinther 16,14). Für die Führung bedeutet das: Leitplanken setzen, ohne Demütigung. Mitarbeitende sollen sich sicher fühlen, auch wenn sie kritisch sind.
Fazit
„Schwierige“ Mitarbeitende sind selten einfach schwarz-weiß. Hinter Widerstand stehen oft unerfüllte Bedürfnisse. Gelassenheit, Differenzierung und klare Kommunikation ermöglichen, dass Beziehung die Sache trägt. Christliche Führung orientiert sich daran, Menschen nicht nach Schwäche oder Störung zu beurteilen, sondern sie als Partner im gemeinsamen Auftrag zu sehen. Wer innehalten kann, fördert Frieden – und bleibt produktiv.
6 Tipps für Gespräche mit schwierigen Mitarbeitenden
- Ruhe bewahren
Bevor Sie reagieren, tief einatmen, länger ausatmen. - Offene Fragen stellen
„Was brauchen Sie, um sich einzubringen?“ - Klar differenzieren
Kritik nur am Verhalten, nicht an der Identität. - Wertschätzung zeigen
Kompetenz anerkennen, auch bei Fehlverhalten. - Leitplanken setzen
Kritik ja, Respektlosigkeit nein. - Geistliche Haltung bewahren
Hören, verstehen, erst dann sprechen (Jakobus 1,19).

