Mitten in Frankfurt ist eine neue Adresse für Pizza-Liebhaber entstanden: Im April eröffnete der Christ und Unternehmer Shadi Souri die „Pizza Wolke“.
„Pizza Wolke“: Eine innovative Idee in der Krise
Foto: Pizza Wolke
Es ist ein weiteres Kapitel seiner Erfolgsgeschichte. Souri startete mit einer kleinen Pizzeria in Gießen, heute beliefert er Bundesligisten, die Bahn und bald Fluggesellschaften. IDEA-Redakteurin Erika Weiss war bei der Eröffnung in Frankfurt dabei und sprach mit Souri über seinen Lebens- und Berufsweg sowie über Gott.
„Die Margherita ist fertig!“, ruft Shadi Souri durch seinen Laden. Der 35-Jährige steht in der offenen Küche seines Pizza-Wolke-Stores in Frankfurt am Main und belegt konzentriert das nächste Teigstück. Pesto. Gelbe Tomaten. Basilikum. Geröstete Pinienkerne. Büffelmozzarella. Um ihn herum herrscht Hochbetrieb. Gäste drängen sich an die Theke, geben Bestellungen auf. Souri lässt sich nicht aus der Ruhe bringen. Über seiner Schulter hängt ein kariertes Geschirrtuch, auf dem Kopf trägt er eine umgedrehte Cap.
Die Gäste können jeden seiner Handgriffe beobachten. Das ist Teil des Konzepts, sagt Souri später. Transparenz. Keine versteckte Küche, kein klassischer Gastraum. Stattdessen ein reiner To-go-Store mit offener Produktion und Bezahlung nach Gewicht: 100 Gramm Pizza kosten 2,40 Euro – unabhängig von der Sorte. Wer mag, kann seine Pizza noch mit Parmesan, Rucola, Chili- und Knoblauch-Öl toppen. Auf den Blechen liegen neben klassischen Belägen auch außergewöhnliche Kombinationen, etwa mit Kimchi, Kartoffeln oder Parmesan-Crumble.
Das Spiel mit Social Media
Aus dem Laden strömt der Duft von geschmolzenem Käse auf die Straße und lockt Pizzahungrige an. Ein DJ macht Stimmung. Vor dem Store in einer Seitenstraße der Zeil – Frankfurts bekanntester Einkaufsmeile – hat sich am Tag des „Grand Openings“ (auf Deutsch: Eröffnungsfeier) eine gut zehn Meter lange Schlange gebildet. Auch Influencer sind gekommen. Younes Zarou (@youneszarou), mit rund 26 Millionen Followern einer der reichweitenstärksten Influencer Deutschlands, macht Selfies mit Gästen. Ebenso dabei: der italienische Creator Alessandro Vitale (@spicymoustache) und der US-amerikanische Food-Blogger Albert Niazhvinsk (@albert_cancook).
Woher Souri sie kennt? Der Kontakt ist über Jahre gewachsen, erzählt er. Seit 2011 bewegt er sich in der Event- und Entertainmentbranche, organisiert Festivals und beliefert große Veranstaltungen mit Pizzen. „Das Wertvollste, was ich habe, ist mein Telefonbuch“, sagt er. Souri beherrscht das Spiel mit Reichweite und Social Media. „Kommunikation ist alles“, sagt er. „Du kannst das beste Produkt haben – wenn niemand davon erfährt, bringt es nichts.“
Ein Neuanfang in Frankfurt am Main
Für Souri ist es nicht nur eine Neueröffnung, sondern gleichzeitig ein Neuanfang. Vor zehn Jahren eröffnete er eine Pizzeria in Gießen in der Wolkengasse. Damals setzte er auf neapolitanische Pizza, lange bevor der Trend Deutschland erreichte. Doch während der Corona-Pandemie musste er den Laden schließen. Er stellte sein Konzept um und stellt seitdem Tiefkühlpizzen her. Heute verkauft Pizza Wolke seine TK-Produkte bundesweit im Einzelhandel, beispielsweise bei Rewe. Sogar im Boardbistro der Deutschen Bahn sind die Pizzen erhältlich.
Produziert werden die Teigfladen in Italien von rund 300 Mitarbeitern. Dort – genauer gesagt in Kampanien – wachsen auch die San-Marzano-Tomaten, die für die Pizza Wolke verwendet werden. Statt einer überladenen Speisekarte setzt der Laden bewusst mit nur 19 Zutaten auf hohe Qualität.
Seine Energie kommt aus dem Glauben
Rund drei Wochen nach der Eröffnung zieht Souri ein positives Resümee. In den ersten Tagen waren alle Pizzen noch vor Ladenschluss um 20 Uhr ausverkauft. „Die ersten vier bis sechs Wochen sind ultra entscheidend“, sagt er. Die Nachfrage sei weiterhin hoch. Teilweise kämen dieselben Gäste an sechs Tagen in der Woche. Sonntags hat der Laden zu.
Dass Souri selbst aktuell noch in der Küche steht, sei allerdings nur eine Übergangsphase. Bis Ende Mai wolle er die operativen Abläufe begleiten, danach ziehe er sich ins Management zurück. Mitte Juli wird er zum ersten Mal Vater.
Souris Alltag ist streng durchgetaktet. Um sechs Uhr morgens klingelt sein Wecker. Bis 20 Uhr steht er im Laden, danach wartet die Büro-Arbeit. „Ich komme locker auf 70 bis 80 Arbeitsstunden die Woche“, sagt er. Auf die Frage, woher er seine Energie nimmt, antwortet er schlicht: „Gott – Punkt.“ Mit 18 Jahren traf er eine Entscheidung für Jesus. Er sei überzeugt, dass Gott ihm Ruhe und Klarheit gebe. Früher sei er schnell gereizt gewesen, erzählt er. Der Glaube habe ihn verändert, ruhiger gemacht und ihm ein neues Selbstbewusstsein gegeben. Gerade in schwierigen Momenten denke er daran, was Jesus ertragen habe – dadurch fühlten sich seine Probleme leichter an.
Die Rolle des Glaubens für den Unternehmer
Auch als Unternehmer spiele der Glaube für ihn eine Rolle. Vor wichtigen Entscheidungen bete er. Manchmal gebe er Mitarbeitern bewusst eine zweite Chance, obwohl andere davon abrieten. Seinen Tag beginne er mit Bibel und Gebet. Doch er beschreibt sich selbst als „stillen Christen“. Er wolle seinen Glauben niemandem aufdrängen. „Ich sage den Leuten nicht, du bist ein schlechter Mensch, weil du einen anderen Glauben hast. Ich sage, mach dein Ding, aber lass mich auch mein Ding machen.“ Nicht mit bloßen Worten, sondern mit seinem Verhalten wolle er seinen Glauben sichtbar machen.
Gerade in Krisenzeiten habe ihm dieser Glaube Stabilität gegeben. Als im vergangenen Jahr ein Großkunde wegbrach und er mehrere Führungskräfte kündigen musste, sei für ihn trotzdem klar gewesen: „Die Nummer wird nicht schiefgehen.“ Wenige Wochen später erhielt das Unternehmen eine größere Finanzspritze. Erfolg sei für ihn aber nicht selbstverständlich: „Es kommt von ihm und es geht auch wieder zu ihm“, sagt er und zeigt nach oben. Sein Lebensmotto laute: „When He will bring you to this, He will bring you through this.“ (auf Deutsch: Wenn er dich in diese Situation bringt, wird er dich auch wieder daraus herausführen.)
Seine Geschichte
Souris Geschichte beginnt im Iran, wo er bis zu seinem siebten Lebensjahr lebte. Dann floh seine Familie nach Deutschland. Die ersten Jahre verbrachte die Familie in Asylunterkünften in Gießen und Herborn, später in einem Plattenbau.
„Meine Mama hat manchmal abends in einem Topf rumgerührt und gesagt, mein Bruder und ich sollen schon mal essen. Sie wollte warten, bis mein Vater nach Hause kommt und dann gemeinsam mit ihm essen“, erzählt er. Erst Jahre später habe er verstanden, dass der Topf vermutlich leer gewesen sei und für seine Eltern am Abend kein Essen übrigblieb. „Eines der besten Dinge, die ich heute habe, ist ein voller Kühlschrank“, sagt er.
Seine gastronomische Laufbahn startete Souri in der Sterneküche. Doch dort habe ihn vieles abgestoßen: der Druck, die Härte im Umgangston, die Inszenierung. „Pizza ist dagegen so ein ehrliches Produkt“, findet er. „Einfach, direkt, ohne künstliches Gehabe.“ Seine Lieblingspizza? Ganz schlicht: Margherita.
Seit 2025 entwickelt Pizza Wolke gemeinsam mit dem Fußball-Bundesligisten 1. FC Köln eine eigene Stadionpizza. Diese sowie weitere Kreationen werden im Stadion des Vereins angeboten. Im September will Pizza Wolke den nächsten Schritt gehen. Dann sollen erstmals Airlines beliefert werden. „Dann haben wir Pizza Wolke über den Wolken“, sagt Souri und grinst.
Du suchst mehr Impulse
für Dein Berufsleben?
Dann solltest Du den Kongress Christlicher Führungskräfte
vom 10.-12. Juni 2027 in Leipzig auf keinen Fall verpassen!






