5 Tipps für einen wirklich erholsamen Urlaub

Wie Führungskräfte wirklich abschalten können

Foto: KI generiert von KCF

Es ist eine der eindrücklichsten Geschichten des Neuen Testaments: Jesus fährt mit seinen Jüngern über den See Genezareth. Plötzlich zieht ein heftiger Sturm auf. Die erfahrenen Fischer geraten in Panik – doch Jesus schläft. Erst als die Jünger ihn voller Angst wecken, steht er auf und gebietet Wind und Wellen Einhalt (Markus 4,35–41).

Was auf den ersten Blick erstaunt: Mitten im größten Sturm gönnt sich Jesus eine Pause. Die hatte er wohl bitter nötig, schließlich hatte er zuvor alles andere als einen ruhigen Tag. Er hatte vor großen Menschenmengen gelehrt, Kranke geheilt und sich anschließend Zeit genommen, seinen Jüngern vieles ausführlich zu erklären. Selbst der Sohn Gottes lebte auf der Erde nicht im Dauerbetrieb. Er wusste: Wer langfristig wirken will, braucht Zeiten der Erholung.

Gerade für Führungskräfte ist das eine Herausforderung. Viele starten in den Sommerurlaub mit dem Gefühl, ständig erreichbar sein zu müssen. Natürlich gibt es Situationen, in denen die Entscheidungskompetenz von Dir als Führungskraft vonnöten ist. Und manchmal gibt es Ausnahmesituationen, an denen man vielleicht besser nicht Tennis spielen sollte (Kai Wegner aus Berlin lässt grüßen!). Doch diese Ausnahmen sollten nicht zur Regel werden.

Wer seine Vertretung gut vorbereitet hat – wie im letzten Newsletter beschrieben –, Verantwortung sinnvoll delegiert und sein Team befähigt, selbst Entscheidungen zu treffen, schafft die Voraussetzung für das, was Urlaub eigentlich sein soll: eine echte Zeit der Erholung.

Damit das gelingt, helfen fünf einfache Prinzipien.

1. Erreichbarkeit bewusst begrenzen

Definiere vor dem Urlaub, in welchen Ausnahmefällen Du erreichbar bist und wann bewusst nicht. Lege gegebenenfalls feste Zeitfenster für Dich fest, in denen Du E-Mails prüfst oder für wenige Ansprechpartner erreichbar bist. Noch wichtiger ist aber die andere Seite: Kläre vorab, welche Entscheidungen Dein Team ohne Dich treffen kann.

Schalte Benachrichtigungen auf Deinem Handy konsequent aus. Im Idealfall bleibt auch das Diensthandy ausgeschaltet. Für echte Notfälle kann eine Vertrauensperson eine alternative Kontaktmöglichkeit erhalten.

2. Den Urlaub gut vorbereiten

Viele Rückfragen aus dem Team entstehen, weil Dinge kurz vor dem Urlaub offenbleiben. Räume deshalb Deinen Schreibtisch – digital wie analog – auf, dokumentiere wichtige Informationen und informiere Kunden, Kolleginnen und Kollegen sowie andere Schlüsselpersonen rechtzeitig über Deine Abwesenheit.

Eine gute Vorbereitung schenkt nicht nur Dir Ruhe, sondern gibt auch Deinem Team Sicherheit.

3. Freiräume statt Freizeitstress

Urlaub ist kein Projekt, das möglichst effizient abgearbeitet werden muss. Wer jeden Tag komplett verplant, nimmt den Stress oft einfach mit.

Plane deshalb bewusst Zeiten ein, in denen nichts passieren muss oder nimm Dir schöne Dinge vor, für die Du sonst kaum Zeit hast. Ob Spaziergänge, Sport, Musik, ein gutes Buch oder einfach einmal ausschlafen – Erholung entsteht dort, wo der Kopf wieder Raum bekommt.

4. Nicht mit Vollgas in den Urlaub starten

Wenn möglich, gönne Dir schon vor der Abreise einen ruhigeren Tag. Wer völlig erschöpft ins Auto oder Flugzeug steigt, braucht häufig erst mehrere Urlaubstage, um überhaupt herunterzukommen. Ein entspannter Start erleichtert den Wechsel vom Arbeits- in den Erholungsmodus.

5. Auch die Rückkehr braucht Zeit

Ebenso wichtig wie der Beginn des Urlaubs ist sein Ende. Plane nach Möglichkeit einen Puffertag ein, bevor der Arbeitsalltag wieder beginnt. So kannst Du private und berufliche Themen sortieren und startest mit einem klaren Kopf wieder in den Alltag.

Interessant ist übrigens auch der Blick in die Forschung: Studien zeigen, dass viele Menschen nach etwa acht bis zehn Urlaubstagen ihr maximales Erholungsniveau erreichen. Ebenso hilfreich sind mehrere kürzere Auszeiten über das Jahr verteilt. Wer weite Reisen mit Zeitverschiebung unternimmt, sollte zusätzlich pro überquerter Zeitzone etwa einen Tag zur Anpassung einkalkulieren.

Vielleicht ist das die wichtigste Erkenntnis: Pause ist kein Zeichen mangelnder Einsatzbereitschaft. Sie ist eine Voraussetzung dafür, langfristig verantwortlich führen zu können.

Jesus hat sich immer wieder bewusst zurückgezogen – zum Beten, zum Ausruhen oder einfach, um mit seinem Vater allein zu sein. Seine Pausen waren kein Rückzug vor der Verantwortung, sondern Vorbereitung auf das, was vor ihm lag. Und so solltest Du auch Deinen Urlaub angehen und annehmen: als Geschenk Gottes und Möglichkeit Kraft zu tanken, um im Alltag weiter Deine Berufung zu leben.

Tobias Benjamin Ottmar

Foto: Tobias-B. Ottmar

Über den Autor

Tobias-B. Ottmar hat diesen Text noch vor seinem zehntägigen Urlaub geschrieben, damit er währenddessen auch wirklich abschalten kann.

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Tobias Benjamin Ottmar

Foto: Tobias-B. Ottmar

Tobias-B. Ottmar hat diesen Text noch vor seinem zehntägigen Urlaub geschrieben, damit er währenddessen auch wirklich abschalten kann.