Bekennender Christ Steffen Bilger wird Verkehrsminister

Steffen Bilger wird neuer Bundesverkehrsminister. Der bekennende Protestant aus Württemberg steht für christliche Werte – und scheut sich nicht, die EKD öffentlich zu kritisieren. Wer ist der Mann, der Patrick Schnieder nachfolgt?

Foto: Steffen Bilger

Mit freundlicher Unterstützung durch die Evangelische Nachrichtenagentur

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Wechsel im Verkehrsministerium: Der bekennende Protestant Steffen Bilger (CDU/Ludwigsburg) soll Nachfolger von Patrick Schnieder (CDU/Daun) werden. Bislang ist der 47-jährige Bilger Erster Parlamentarischer Geschäftsführer der CDU/CSU-Bundestagsfraktion. 

Der aus einem pietistischen Elternhaus stammende Bilger besuchte früher die Treffen des Jugendverbands „Entschieden für Christus“ (EC). Sein Großvater war Prediger beim Liebenzeller Gemeinschaftsverband, sein Bruder ist Pfarrer der württembergischen Landeskirche. Der dreifache Vater schreibt auf seiner Webseite: „Eine Politik, die sich an christlichen Werten orientiert, ist gut für den Menschen. Diesen Werten fühle ich mich verpflichtet.“ In einer Weihnachtsbotschaft seiner Fraktion schrieb er 2025: „Als Unionsfraktion hält uns der Glaube an die Weihnachtsbotschaft im Kern zusammen. Wenn wir sie beherzigen, werden wir Gutes für unser Land erreichen.“

Bei der Bundestagswahl 2025 hatte Bilger mit 36,5 Prozent zum fünften Mal in Folge das Direktmandat im Wahlkreis Ludwigsburg geholt. Er sitzt seit 2009 im Bundestag und gehörte von 2009 bis 2018 dem Verkehrsausschuss an. Von 2018 bis 2021 war der Jurist Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur. Gemäß des Bundestagsangaben hat er am 9. Juli 2026 bei einem Antrag von Bündnis 90/Die Grünen, ein Tempolimit von 130 km/h einzuführen, mit „Nein“ gestimmt.

2010 als „Hoffnungsträger“ ausgezeichnet

2010 erhielt Bilger den „Hoffnungsträger-Preis“ des Evangelischen Gemeinschaftsverbandes Württemberg, „Die Apis“. Die Ehrung gilt Persönlichkeiten, „die sich in besonderer Weise im Bewusstsein der Verantwortung vor Gott und den Menschen gesellschaftlich engagieren“. In der Begründung hieß es, dass sich der damals 31-jährige Bilger für einen konsequenten Schutz des Lebens von der Zeugung bis zum Tod, für eine Förderung von Ehe und Familie, für Generationengerechtigkeit und für ein zukunftsfähiges Energiekonzept einsetze.

Bilger setzt sich dafür ein, junge Menschen für gesellschaftliches und ehrenamtliches Engagement zu begeistern. So organisierte er beispielsweise zusammen mit den baden-württembergischen CDU-Landtagsabgeordneten Christian Gehring (Schorndorf) und Matthias Miller (Steinenbronn bei Stuttgart) eine Wochenendfreizeit unter dem Titel „Christ und Politik“ mit jungen Teilnehmern.

Bilger hat mehrfach am Internationalen Gebetsfrühstück in der US-Hauptstadt Washington teilgenommen. 2013 sagte er danach gegenüber der Evangelischen Nachrichtenagentur IDEA, er finde es gut, dass man dort auch Mitglieder anderer Religionen einlade und das Gespräch mit ihnen von Jesus als gemeinsamer Basis her suche: „Wenn allerdings der Koran in einer Abendveranstaltung ebenso als ein Buch angepriesen wird, das eine gute Botschaft hat wie die Bibel, dann geht mir das schon zu weit.“

„Politische Schlagseite“ bei der EKD kritisiert

Im Oktober 2025 warf Bilger der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) politische Einseitigkeit vor. Positionierungen der EKD, „die gerade in Berlin vertreten werden“, hätten oft eine „gewisse politische Schlagseite“, sagte Bilger damals im Videopodcast „Zur Sache! intensiv“ des Südwestrundfunks (SWR). Konkret kritisierte er: „Wenn die Kirche wahrgenommen wird mit einer Petition für ein Tempolimit oder in Berlin die Klimakleber ihre Zentrale in einer Kirchengemeinde machen“, sei dies nahe an den grünen Positionen. „Das finde ich sehr schade, weil es nicht nur mich, sondern auch andere vor den Kopf stößt.“

Wie Bilger weiter sagte, gehört es dazu, dass sich die Kirchen einmischten. Die Kirchen dürften die Union auch gerne kritisieren, aber „es sollte schon auch auf der Grundlage der christlichen Botschaft passieren und nicht so, dass man den Eindruck hat, da werden einfach politische Positionen von bestimmten Parteien übernommen.“ Zugleich betonte Bilger: „Ich bin gerne in der Evangelischen Landeskirche in Württemberg.“

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