Christen beten für 100.000 Jobs bei VW

Der Pastor und Seelsorger Peer-Detlev Schladebusch vom Netzwerk „Christen in der Automobilindustrie“ nimmt wachsende Nöte bei Mitarbeitern wahr, aber auch eine große Verbundenheit mit dem Unternehmen.

Foto: Volkswagen AG

Mit freundlicher Unterstützung durch die Evangelische Nachrichtenagentur

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Rund 50.000 weitere Arbeitsplätze sollen wegfallen, vier Werke sind gefährdet: Nachdem der VW-Aufsichtsrat dem „Zukunftsplan 2030“ mit insgesamt 100.000 Stellenstreichungen überraschend zugestimmt hat, wachsen die Sorgen vieler Mitarbeiter. Das bestätigte der Seelsorger und Gründer des Netzwerks „Christen in der Automobilindustrie“ (CAI), Pastor Peer-Detlev Schladebusch (Hannover), gegenüber der Evangelischen Nachrichtenagentur IDEA. 

Angesichts der derzeitigen Krise in der Automobilbranche würden ihn weit mehr Mitarbeiter kontaktieren als sonst, so Schladebusch. Der Konzern selbst spricht vom „strategisch tiefgreifendsten Transformationsprogramm in der Geschichte der Volkswagen Group“. Auch ehemaligen Mitarbeitern gehe diese Entwicklung ans Herz: „Die Verbundenheit mit dem Unternehmen ist schon groß.“

Verantwortungsbewusstsein für christliche Werte

Viele aktuelle Mitarbeiter beklagten sich über fehlende Wertschätzung und hätten den Eindruck, austauschbar zu sein. Oftmals laufe die Kommunikation des Konzerns über die Presse. Neben persönlichen Sorgen verbinde viele daher das gemeinsame Anliegen, beim größten Autobauer Europas „Wertschöpfung und -schätzung wieder neu miteinander verbinden“ zu können.

Dazu empfänden viele ein hohes Verantwortungsbewusstsein, ihre christlichen Werte weiter in den Konzern einzubringen. Hinsichtlich möglicher alternativer Arbeitsplätze in der Rüstungsindustrie gebe es wenig Vorbehalte, da es sich um die Herstellung von Defensivwaffen und Verteidigungssystemen handele, berichtete Schladebusch. Vielmehr treibe einen Teil der Mitarbeiter die Angst um, dass der Konzern technologisch von chinesischen Autoproduzenten überholt werden könnte.

Gemeinsames Gebet im Vorfeld der Sitzung

Im Ganzen sei es mit Blick auf das verabschiedete Sanierungskonzept nicht ganz so schlimm gekommen, wie viele gedacht hätten, bilanzierte Schladebusch: „Kurz vor der Aufsichtsratssitzung haben wir uns mit ein paar Volkswagen-Leuten zum Gebet verabredet. Vielleicht hat das auch etwas bewirkt.“ Zudem laden die „Christen bei Volkswagen“ am 24. September zum Ökumenischen Gottesdienst „Antrieb aus dem Glauben“ in Wolfsburg ein.

In dem Netzwerk „Christen in der Automobilindustrie“ sind Gebetskreise bei Volkswagen, Audi, BMW, Daimler und Opel sowie bei Zulieferern und Händlern verbunden. Insgesamt treffen sich bundesweit rund 1.500 Mitglieder wöchentlich in über 50 Gebetsgruppen. Die „Christen bei Volkswagen“ kommen in neun Gebetskreisen in den Werken Wolfsburg, Braunschweig, Kassel und Salzgitter zusammen.

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