Warum Bäckermeister auf Sonntagsumsatz verzichtet

Die Bundesregierung plädiert für längere Arbeitszeiten in Bäckereien an Sonn- und Feiertagen. Bäckermeister Karl-Dietmar Plentz verweist auf das biblische Ruhetagsgebot.

Foto: Privat

Mit freundlicher Unterstützung durch die Evangelische Nachrichtenagentur

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Ich bin von Herzen dankbar für jeden Feuerwehrmann, jede Krankenschwester, jeden Polizisten und jeden Landwirt, der am Sonntag für uns arbeitet. Es ist wirklich sehr zu schätzen und verdient unseren höchsten Respekt, dass sie immer da sind, wenn man sie braucht. Aber brauchen wir deswegen auch sonntags frische Brötchen? Als engagierter Christ und Geschäftsführer einer Bäckerei mit rund 200 Mitarbeitern habe ich mich intensiv mit dieser Frage beschäftigt. Meine Antwort lautet: Nein.

Gott segnet

Meine Frau und ich haben uns irgendwann gemeinsam gefragt: Wie wollen wir leben? Wie wollen wir arbeiten? Die Antwort fanden wir in der Bibel: „Du sollst den Ruhetag einhalten und als heiligen Tag achten“ (2. Mose 20,8, Neue Genfer Übersetzung). Gott hat uns die Zehn Gebote gegeben, weil er es gut mit uns meint. Deshalb nehmen wir auch dieses Gebot ernst. Da, wo wir die Wahl haben, verzichten wir auf Sonntagsarbeit. Das ist manchmal schmerzlich. Wir verzichten damit auf guten Umsatz, den wir am Sonntagmorgen machen könnten. Die Entscheidung wird nicht von allen Kunden verstanden, und wir bekommen auch negative Kommentare.

Rückblickend haben wir erlebt, dass Gott unsere Entscheidung gesegnet hat – oft auf überraschende Weise: In Zeiten des Fachkräftemangels kommen Menschen zu uns, weil sie froh sind, nicht mehr jeden Sonntag arbeiten zu müssen. Und während in Deutschland massenweise Bäckereien schließen, weil Nachfolger fehlen, gibt es bei uns eine nächste Generation, die das Unternehmen weiterführen wird.

Wenn jetzt in der Politik wieder über die Sonntagsöffnung diskutiert wird, wünsche ich den Entscheidungsträgern viel Weisheit. In den letzten Jahren haben sich echte Ungerechtigkeiten eingeschlichen: Tankstellen verkaufen rund um die Uhr Brötchen, während Bäcker sonntags auf wenige Stunden beschränkt sind. Das ist kein fairer Wettbewerb. Mein tiefer Wunsch bleibt, dass wir in Deutschland die Werte der Bibel nicht verlieren. Und dazu gehört, dass wir den Ruhetag heilighalten.

Meine Familie und ich haben entschieden, dass Arbeit und wirtschaftlicher Erfolg nicht das Wichtigste in unserem Leben sind. Die Grundlage dafür war ein anderer guter Rat aus der Bibel: „Es soll euch zuerst um Gottes Reich und Gottes Gerechtigkeit gehen, dann wird euch das Übrige alles dazugegeben“ (Matthäus 6,33). Das war und ist unser Fundament. Ich bin überzeugt: Der Sonntag ist ein Geschenk Gottes an uns Menschen.

Karl-Dietmar Plentz ist Familienunternehmer und Bäckermeister in Oberkrämer bei Berlin.

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